800 Millionen Euro Schaden
2016 war das Jahr des Starkregens. Meterhohe Trümmerhaufen, Schlammlawinen, zerbrochene Fensterscheiben: Die Bilder aus dem zerstörten Braunsbach in Baden-Württemberg Ende Mai 2016 waren schockierend. Schuld war ELVIRA. Das Tiefdruckgebiet hatte der Region kräftigen Starkregen gebracht; innerhalb weniger Stunden war in dem kleinen Ort so viel Niederschlag gefallen wie sonst im ganzen Monat. Die Folge: Der Orlacher Bach und der Schlossbach konnten die Wassermassen nicht lange halten. Gewaltige Flutwellen bahnten sich ihren Weg durch Braunsbach, rissen Geröll, Bäume, Autos mit sich und beschädigten mehr als 100 Häuser zum Teil schwer.
Noch bevor Braunsbach aus der Schockstarre erwacht war, zog mit FRIEDERIKE das nächste Tief über Deutschland und flutete weitere Landstriche, unter anderem den kleinen Ort Simbach am Inn in Bayern. Die Tiefdruckgebiete ELVIRA und FRIEDERIKE sorgten für versicherte Schäden in Höhe von 800 Millionen Euro durch Starkregen sowie weitere 200 Millionen Euro durch Sturmböen und Hagel.
Häufigere Extremniederschläge prognostiziert
Lokale Starkregen treten besonders im Sommer zusammen mit schweren Gewittern auf. Extreme Niederschlagsmengen innerhalb sehr kurzer Zeit können nur schwer von den Böden aufgenommen werden, kleine Gewässer und die Kanalisation sind dann schnell überlastet.
Durch die Klimaveränderung und die damit einhergehenden höheren Temperaturen werden für Mitteleuropa zwar trockenere Sommer, aber auch stärkere und häufigere Extremniederschläge prognostiziert. Wenn es also regnet, dann immer öfter kräftig. Versicherer müssen einen Weg finden, mit der Gefahrensituation umzugehen.
Welche Wetterlagen zu Starkregenereignissen führen können, welches Gefahrenpotenzial von ihnen ausgeht, warum es derzeit noch sehr schwer ist, Prognosen zu den Auswirkungen zu erstellen und warum es dazu flächendeckender Starkregengefahrenkarten braucht, erklären die Wetterexperten der Deutschen Rück anhand der Tiefdruckgebiete ELVIRA und FRIEDERIKE im Starkregen-Spezial der Sturmdokumentation 2016.
Flächendeckende Starkregenkarten sind nötig
Das NatCat-Center der Deutschen Rück beschäftigt sich seit Ender der Neunzigerjahre mit Naturgewalten wie Überschwemmungen und Sommerunwettern. Bei Starkregen ist meist nur ein kleiner Bereich stark betroffen und die angrenzenden Gebiete bleiben verschont. Wo genau der Regen fällt, ist vorab kaum einzuschätzen. Auch die Intensität der Schäden hängt stark von den lokalen Gegebenheiten ab.
Im Video erklärt Meike Müller, Geoökologin und Expertin für Starkregen bei der Deutschen Rück, warum das Risiko Starkregen oft unterschätzt wird und warum es flächendeckende Starkregengefahrenkarten braucht.
Mehr über Starkregen erfahren Sie im Spezial der Sturmdokumentation 2016
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